Waldviertel statt Mariazell

Nachdem wir Mariazell aus 3 Richtungen angegangen waren, geht es zur Abwechslung mal zu einem anderen Ziel.
Nach kurzer Diskussion einigten wir uns auf den Kamptal-Seenweg 620, den wir in 4 Etappen aufdröseln. Original geht die Wanderung vom Nebelstein nach Rosenburg. Wir wollten etwas mehr Herausforderung und gehen in die Gegenrichtung mit ein paar positiven Höhenmetern mehr.
Hier die 4 Etappen, so wie sie geplant sind:

Hier der gesamte Kamptal-Seenweg, in der Originalrichtung:

Da man vom Nebelstein mit den Öffis so schwer wegkommt und wir noch einen Tag zur Verfügung haben, geht es dann noch am fünften Tag weiter nach Weitra. Das ist dann auch die 1. Etappe des Thayatalweg 630:

Unsere Gruppe ist leider wieder etwas geschrumpft: Georg, Wuchale und Rana sind unterwegs, Martin wird sicher das nächste Mal wieder dabei sein!

Ihr lest mich, also @RanasTweets, auf Twitter mit dem Hashtag #GeWuRaKamp zu dieser Wanderung. Georg aka @gwageneder wird vermutlich auch etwas dazu twittern und den @Wuchale werden wir sicher auch wieder dazu erweichen, oder?

Wann geht’s los?
Am 1.5.2019!

Wandern am Bisamberg mit Geocaching

Am letzten Urlaubstag muss noch ein wenig Bewegung her, bevor ich wieder eine ganze Arbeitswoche herumsitze.
Ein Geocache führt mich auf meinen Hausberg, den Bisamberg. Diesmal allerdings über eine ganz andere Route, als ich sie gewohnt bin.


Der Geocache ist auch ein ganz spezieller, nämlich ein LP … ein Lost Place, also vergessener Ort.
Nicht nur, dass dieser Ort vergessen ist, mir war er und die ganze Geschichte herum tatsächlich unbekannt.
Zur Geschichte des Ortes zitiere ich aus der Beschreibung des Geocaches:

Der Bisamberg war in mehreren Kriegen ein strategisch wichtiger Ort zur Verteidigung der Hauptstadt.
Im Ersten Weltkrieg wurden die 1866 gegen die Preußen errichteten Schanzanlagen rund um Wien adaptiert und waren Teil des „Brückenkopf Wien“. Ab 1914 wurden Schützengräben aufgeworfen, Unterstände gebaut, Fernsprechleitungen gelegt und Geschütze dorthin verfrachtet. Von Langenzersdorf führten sogar zwei Drahtseilbahnen auf den Berg. Angeblich waren 30.000 Erdarbeiter beim Schanzenbau beschäftigt, der bis zum Jahr 1915 2.000.000 Kronen verschlungen haben soll.
Die Leitung der Befestigungsanlagen hatte General Heinrich Fath über, nach dem die Fath Höhe oberhalb des Magdalenenhofes benannt wurde. Das 1915 ihm zu Ehren errichtete Denkmal verfiel in der Zwischenkriegszeit. Auf dem Sockel wurde 1957 das Eichendorff Denkmal errichtet und auch der Name der Anhöhe wurde geändert.
Zum Einsatz kamen die Verteidigungsanlagen allerdings nicht und nach dem Krieg begannen sie wieder zu verfallen. Eine Materialseilbahn wurde abgetragen, nur das Betonfundament ist noch in einem Garten in der Berggasse zu finden.

Offenbar wurde aber auf die Abtragung der zweiten Drahtseilbahn vergessen, denn davon ist noch einiges vorhanden.
In einem Text von Dipl. Ing. Ernst Strauch aus dem Jahre 1928 heißt es: „Die Schützengräben sind jetzt halb zerfallen und von Gestrüpp überwuchert, und es wird nicht mehr lange dauern, bis jede Spur davon verschwunden sein wird.“
Tja, „nicht lange“ ist ein relativer Begriff, denn 90 Jahre später sind Reste der alten Anlagen noch gut zu finden.

Der Weg zum Doserl ist kein einfacher. Ich hätte mir ja auch eine andere Witterung aussuchen können. Aber er war es Wert ihn gegangen zu sein! Dank des Schnees auf dem Rest des Weges, bekomme ich meine lehmbesudelten Wanderschuhe sogar wieder sauber.

Eine neue Erfahrung war außerdem, dass man sich tatsächlich auf dem Bisamberg verirren kann. Die Wege sind schmal, der Schnee tut sein übriges. Dank Karten-App auf dem Handy war es jetzt kein so großes Problem. Aber ohne diese Hilfe wäre ich wohl irgendwann den Weg wieder retour gegangen, statt eine Runde zu gehen … den Spuren zurück folgen ist ja recht einfach, solange es hell ist.

Insgesamt war ich für die 12,8 km 2 Stunden und 50 Minuten unterwegs. Es ging 270 Höhenmeter hinauf und überraschenderweise 270 Höhenmeter wieder hinunter.